Galerieausstellung 3. Quartal 2013

 

Vernissage am 3.8.2013 

Ausstellung "Momente" - Isaac Feldman, Ulrike Horstmann-Göritz, Hans Sievers


Die gut besuchte Vernissage zu dieser Ausstellung hatte am 03.08.2013 stattgefunden. Wie bei vielen anderen vergangenen Ausstellungen waren es auch hier wieder drei Künstler, die sich dem Publikum bekannt machten, nämlich die Maler Isaac Feldman und Ulrike Horstmann-Göritz sowie der Skulpturenkünstler Hans Sievers.

 

 

 

 


Issac Feldman

Issac Feldman wurde 1957 in Kischinau, Moldawien, geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Feldman dann aber nicht mehr in Moldawien, sondern im wesentlichen in der damaligen Sowjetunion. So besuchte er die Kunst-Berufsschule in Penca, 500 km südöstlich von Moskau. Ein Studium an der Kunst-Industriehochschule im damaligen Leningrad schloss sich an. Weitere Stationen waren eine mehrjährige Tätigkeit in einer Kunstwerkstatt in Tallin, Estland, sowie ein Besuch der Design-Hochschule in Moskau.

Im Rahmen der Öffnung der Sowjetunion konnte nun auch Feldman mit seinen Kunstwerken das westliche Ausland erobern. Insbesondere folgten eine Reihe von Ausstellungen in den USA, so in Jacksonville, Florida, oder auch in Jersey City, New Jersey.

Insgesamt hat Feldman bis jetzt 80 Ausstellungen weltweit absolviert. Seine Werke und Skulpturen befinden sich in vielerlei Museen und privaten Kollektionen von Moldawien, Rußland und den USA.

Für die Galerie Wilhelminenhaus ist es eine besondere Ehre, diesen Künstler mit hoher internationaler Reputation in ihren Räumlichkeiten ausstellen zu dürfen. Die Bilder, eine Mischung aus Modern, Klassisch und Romantisch, fordern die Besucher des Wilhelminenhauses immer wieder zu Diskussionen heraus. Beim Betrachten öffnet sich die Tür zu einer wundervollen, fantastischen Welt mit Elementen des Kubismus, des Konstruktivismus und der geometrischen Abstraktion.



Ulrike Horstmann-Göritz

Die Wurzeln von Ulrike Horstmann-Göritz liegen eindeutig in Norddeutschland. Die künstlerische Tradition ihrer Familie reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Kein Wunder, dass sich Ulrike Horstmann-Göritz bereits in jungen Jahren trotz ihres zunächst ergriffenen Berufes der MTA zur Kunst hingezogen fühlte. Schon als junge Frau absolvierte sie ein privates Aufbaustudium bei Carl Lambertz, dem großen Maler und Grafiker, der den Ort Wittensee im Zentrum Schleswig-Holsteins nach dem Kriege zu seiner neuen Heimat machte – zusammen mit der ebenso bekannten Maria Reese.

Ulrike Horstmann-Göritz war zunächst mit dem Meeresbiologen Ulrich Horstmann verheiratet. Meeresbiologische Projekte und Aufgaben ließen das junge Ehepaar um die Welt reisen und viele Länder des Globus jeweils für Jahre kennenlernen.

Die grundlegende Basis für ihre künstlerische Arbeit war für Ulrike Horstmann Göritz ihre „philippinische Zeit“ in den Jahre 1973 bis 1977. Die damals dort selbstverständlichen Hausangestellten gaben der jungen Künstlerin die Freiheit und die nötige Zeit, in das Abenteuer Kunst einzutauchen. Sie studierte an der Kunstakademie in Manila und übernahm in engem Kontakt mit den philippinischen Künstlerinnen deren Technik und Fertigkeiten.

Es folgten längere Aufenthalte in Indien, Australien, Neuguinea und Kalifornien, USA – immer auch gekennzeichnet durch den Kontakt mit den jeweils dort tätigen Künstlern und den damit verbundenen künstlerischen Anregungen.

1989 führte das Leben Ulrike Horstmann-Göritz nach Kanada, wo sie zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem Gynäkologen Dr. Göritz, 120 km nördlich von Vancouver lebte und künstlerisch arbeitete. U. a. war sie hier in Kanada Mitglied der Watercolour-Society.

Seit 2006 lebt Ulrike Horstmann-Göritz wieder in Deutschland. Sie wohnt und arbeitet in Eckernförde. „Ohne das Atelier geht es gar nicht…“ betont Ulrike Horstmann-Göritz. Die künstlerische Arbeit könne sie auf keinen Fall aufgeben. Dies sei ein Muss in ihrem Leben.

Die Bilder von Ulrike Horstmann-Göritz beeindrucken Besucher, Gäste und Patienten im Wilhelminenhaus gleichermaßen. Es sind gemalte Träume, sozial engagierte Bildthemen und vor allem immer wieder Frauenbilder.

 

Hans Sievers

Hans Sievers bereichert die Ausstellung mit seinen Skulpturen. Wenn die beiden oben genannten Künstler aus für uns anderen Welten kommen - Isaac Feldman aus Moldawien und Ulrike Horstmann-Göritz von den Philippinen und aus Kanada - so entstammt Hans Sievers aus einer für den Normalbürger kaum vorstellbaren Berufswelt: er ist Professor für Herzchirurgie und Chef der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie der Universität Lübeck.

So wie Ulrike Horstmann-Göritz nicht anders kann, als Woche für Woche in ihrem Atelier tätig zu sein, so drängt es Hans Sievers nach seiner anstrengenden beruflichen Tätigkeit, sich mit alter Mooreiche zu beschäftigen.

Schon seit vielen Jahren hat Hans Sievers ein besonderes Verhältnis zu den meist tiefschwarzen Mooreichenhölzern, die teilweise bei Erdarbeiten zu Tage gefördert wurden. Es handelt sich dabei um sog. subfossiles Eichenholz, das im Moor konserviert wurde und in vielen Fällen durchaus 600 – 8000 (!) Jahre alt sein kann. Die Eisensalze des Moorwassers haben sich bei diesen Hölzern mit der Gerbsäure des Eichenholzes verbunden, wodurch die starken Verfärbungen des Holzes bis hinein ins Tiefschwarze und die besondere Härte des Holzes entstehen.

Die ausgestellten Plastiken heißen Balance I, Balance II, Pegasus und Lisalotte. Einerseits haben die Plastiken eine gewisse darstellende Komponente, andererseits ist durch das Belassen der naturgegebenen Verästelungen ein hoher Grad an Abstraktion vorhanden. Das Akzeptieren und Weiterentwickeln der Vorgaben der Natur kann als Biomorphismus bezeichnet werden, gleichzeitig erinnert die gestaltliche Darstellung ins Menschliche hinein am ehesten den Vorgaben des Expressionismus. Von kunsthistorischer Seite ist deshalb der Begriff „biomorpher Expressionismus“ für die Plastiken von Hans Sievers verwendet worden.

 

Musik

Die Vernissage wäre nicht halb so schön gewesen ohne die musikalische Untermalung durch das Quartett um den Querflötisten Dieter Pantaenius. Über 1 ½ Stunden gab dieses Quartett der gesamten Veranstaltung mit seinen auf hohem Niveau gestellten Stücken einen besonderen Glanz. 

Im einzelnen spielten Jutta Uhing Geige, Annelore Wolf Viola, Hildegard Faerber Cello und Dieter Pantaenius Querflöte. Dargeboten wurde das Flötenquartett Op. 17 von Franz Krommer. Dem Quartett war vielfacher Applaus des Publikums sicher.


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