Galerieausstellung 3. Quartal 2015

Spiel mit Formen und Nicht-Formen   


Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Galerie,

wir haben gemeinsam mit Ihnen am 11. Juli unsere aktuelle Ausstellung eröffnet und freuen uns, Ihnen die Arbeiten der Künstler Christof Klemmt, Helmut R. Klein und Rainer Fest zeigen zu können. Viele Gäste nahmen die Anwesenheit der Künstler wahr und haben sich intensiv über die ausgestellten Objekte ausgetauscht, die in den ersten beiden Etagen des Hauses ausgestellt sind. Die Werke lassen die Räumlichkeiten der Galerie Wilhelminenhaus erneut in einem ganz anderen Licht erscheinen. Der Galerieleiter Dr. Yorck Walpuski eröffnete die gut besuchte Vernissage, indem er den Gästen die aktuellen Künstler im Einzelnen vorstellte.

Zu Beginn sprach Dr. Walpuski über den studierten Preetzer Maler Christof Klemmt, eine etablierte Kieler Kunstgröße, der zumeist Frühwerke seiner Schaffenszeit zeigt. Die in Mischtechnik gefertigten Arbeiten zeigen nicht nur unterschiedlichste Formen, die sich miteinander zu einer geschlossenen Bildkomposition fügen, sondern auch eine komplex dargestellte Philosophie und Natur. Klemmts Werke zeigen eine durchdachte Oberfläche, die sich dem Betrachter durch viele Schichten hindurch vermittelt. Jedes Bild vermag eine Geschichte zu erzählen, die man vielleicht erahnen, aber nie zur Gänze greifen kann. Klemmts Kunst hinterlässt den Betrachter auf zweierlei Weisen sprachlos: zum einen staunt man über die von ihm verwendeten Techniken und Materialien; zum anderen zeigen gerade seine Ölbilder ein einzigartiges, mosaik-anmutendes Zusammenspiel von Formen und Nicht-Formen. Die Verbindung seiner Früh- und Spätwerke werden besonders in seinen Porträtbildnissen ersichtlich. Speziell diese verdeutlichen den direkten Einfluss seiner Frühwerke auf spätere Arbeiten, da man in ihrer Nicht-Form stets etwas Bestimmtes identifizieren kann. Der Galerieleiter rundete die Vorstellung Klemmts mit einer, vom Künstler selbst geschriebenen, Prosa ab.

Anschließend stellte er den studierten Designer Helmut R. Klein vor, der gleichermaßen eine Bandbreite an Techniken zeigt. Klein stellt überwiegend abstrakt maritime Arbeiten aus, die alle eine einmalige Handschrift tragen; durch die verschiedenen Materialien und Techniken jedoch völlig unterschiedlich auf den Betrachter wirken. Seine in Öl oder mit Acryl gemalten, expressiven Bilder werden dabei oft durch Drucktechniken, wie der der Monotypie, komplettiert, so dass in seinen abstrakten Landschaften immer auch das Figürliche sichtbar wird. Die Werke zeigen zu jeder Zeit, dass der Künstler seine Inspiration direkt von der Natur und seinen Malreisen mitnimmt. Das im Aufgang zur zweiten Etage ausgestellte Bild zeigt dies auf solch beeindruckende Art und Weise, dass es dem Betrachter schwerfällt, seinen Blick von dem Bild abzuwenden. Die Werke von Klein vermögen es, dass man immer wieder zu ihnen zurückkehren möchte.

Abschließend stellte Dr. Walpuski den Berliner Bildhauer Rainer Fest vor, dessen Arbeiten überwiegend in der zweiten Etage des dreistöckigen Wilhelminenhauses gezeigt werden. Fest stellt dabei nicht nur aus Granit und Metall gefertigte Skulpturen aus, sondern auch Holzplastiken, sowie seine „Zeremonialstäbe“, die aus Holz gefertigt und mit Metallapplikationen veredelt sind. Seine Objekte zeigen ein gegensätzliches Zusammenspiel von unterschiedlichsten Formen, Oberflächen und Materialien. Die beispielsweise in Granit, Metall oder Betonguss gearbeiteten, zumeist treppenartigen Verläufe, löst er auf beeindruckende Weise aus dem von ihm verwendeten Material heraus. Seine Holzplastiken, in denen er Wörter aus dem Material herauslöst, um sie sowohl in gereihter Form am Objekt zu platzieren, als auch im Objekt selbst als Spuren der Herauslösung zu hinterlassen, faszinieren durch ihren Intellekt und Scharfsinn.

Trotz unterschiedlich verwendeter Materialien und Kunstrichtungen verbindet die drei Künstler Klemmt, Klein und Fest das Spiel von figürlichen und abstrakten Formen mit Nicht-Formen.

 

Der Galerieleiter bedankte sich nach seiner Rede bei den Künstlern und den Gästen, sowie bei der Kuratorin für die Bildkünstler, Sonja Nökel und dem Kurator für die Skulpturen, Christian Schnura. Des Weiteren bedankte er sich bei dem Servicepersonal, das sich wie immer hervorragend um die Verpflegung der anwesenden Gäste kümmerte.

Dr. Walpuski betonte zudem die musikalische Begleitung des Abends: Herr Jürgen Iversen umspielte die Vernissage am Flügel mit seinen zumeist improvisierten und experimentellen Sounds. Die Gäste verweilten bei ihrem Rundgang des Öfteren am Klavier und haben sich an der musikalischen Begleitung sichtlich erfreut.

 

Wir laden jeden Interessierten ein, sich ein persönliches Bild von der Ausstellung zu machen. Informieren Sie sich gerne an unserem Künstlertisch (gegenüber der Anmeldung) über die aktuellen Künstler!

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre Galerie Wilhelminenhaus                                                                       

(Text: Sonja Nökel)

 

11.Juli, 17 Uhr: Vernissage in der Galerie Wilhelminenhaus, Wilhelminenstr. 43, Kiel. Eintritt frei. Bis 25. September. Geöffnet Mo-Do 9-18 Uhr, Fr 9-16 Uhr. Infos Tel. 0171/524-6653, www.galerie-wilhelminenhaus.de und www.facebook.com/galerie.wilhelminenhaus.

 

Christof Klemmt

Helmut R. Klein

Rainer Fest

 

 

 

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